Begleitend zur konzeptionellen Beschäftigung mit dem Thema Fischerei im Rahmen des Seminar Nordseeküste | Feldforschung Ostfrieslang ist eine universitätsinterne Publikation entstanden, welche die theoretische Beschäftigung mit der konzeptionellen Seite verknüpft. Sollten Sie Interesse an der gesamten Publikation haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

Universitätsinterne PUBLIKATION
Leibniz Universität Hannover | August 2013

FISCHEREI | NORDSEEKÜSTE

„Um 5 Fischer unter einen Hut zu bekommen, muss man 4 von ihnen erschlagen“.

Was steckt eigentlich hinter den Krabbenbrötchen, die sich nahezu jeder Tourist im Nordsee- Urlaub schmecken lässt?

Dieser Frage wird auf den Grund gegangen, indem zunächst das Territorium Nordsee | Dornumersiel genauer betrachtet wird. Wo werden die Krabben gefischt, wer macht das überhaupt und wie werden sie dann weiter verarbeitet. Der Sinn und das Für und Wider des Exports der Krabben nach Marokko wird thematisiert. Bevor die Krabben im Brötchen landen, werden sie zum Pulen nach Marokko verfrachtet, dort von BilliglohnarbeiterInnen gepult, um dann wieder nach Deutschland zum Verkauf transportiert zu werden. Trotz Benzin- und Frachtkosten eine lohnende Angelegenheit.

Die Besonderheiten der Elemente Krabbe und weiteren Meeresbewohnern sowie die Nordsee und die Fangfahrzeuge an sich werden mithilfe von Gesprächsberichten dargestellt und in Bezug auf Ihre Dauerhaftigkeit und Beständigkeit untersucht. Unter anderem spielen die Themen Preisverfall, Überfischung, Kosten und Saison eine Rolle. Wie viele Krabben gibt es überhaupt noch und schmecken sie anderen Meeresbewohnern nicht auch so gut wie uns?
Die Beziehungen zwischen Robben - Fischen - Krabben - Fischern - Totschlagsphantasien - Geld - Fanggrenze - Marokko - Fischbrötchen - Verdienst werden hinterleuchtet und dargestellt.

Wer ist das überhaupt, der den Beruf des Fischers ergreift? Hauptsächlich gehört diese Akteursgruppe zu den Traditions- und Generationsberufen. Doch kann man von der Fischerei leben? Ernährt man sich und seine Familie dann nur von Krabben? Welche Regeln und Grenzen man als Fischer einhalten muss und welch komplexe Organisation hinter dem Ganzen steckt und was die Fischer als eigenständige Erzeugergemeinschaft ausrichten wollen wird veranschaulicht dargestellt.

Beim Gedanken an die Ästhetik eines Hafens kommen einem zunächst wohl das Wasser und die Schiffe in den Sinn. Kreischende Möwen und stürmischer Wind gehören meist auch dazu. Was ist es, was diesen Hafen-Flair im räumlichen Sinne ausmacht? Spielt Architektur in diesem Zusammenhang eine Rolle und was passiert, wenn man moderne Indoor-Häfen auf den Tisch bringt. In diesem Abschnitt wird sich mit der räumlichen Struktur des Hafens beschäftigt und mögliche Vergangenheits- und Zukunftsphantasien dargestellt.

Die Ostfriesen - so sagen sie selbst - sind ein ganz eigener Schlag. So auch die Fischer. Sie identifizieren sich mit Ihrem Territorium - der Nordsee und dem Hafen - und ohne sie wäre die Identität des Hafens nicht die jetzige. Inwiefern gehören die Touristen zu dieser Identität und was hat überhaupt Politik mit Fischerei zu tun?

Beispielseite zur Publikation zum Thema Fischerei in Dornum

 


M.Sc. Architektur Saskja Jagenteufel  •  E-Mail: info@jagenteufel.com  •  Sie finden mich auch auf Twitter und XING