Im Nachgang zum ersten Teil des Workshops ColourID unter der Leitung von Astrid Bornheim und Prof. Jan Krause ist dieses freie Essay zum Thema "Mein Rendezvous mit weiß und …" entstanden.

ESSAY IM SEMINAR COLOUR-ID
AMM | HS Bochum | september 2016
Artemide Deckenlampe
Mein Rendezvous mit weiß und ...

                                                                                                                                   ...dem farbigen Augenblick

Mein Rendezvous ist weiß. Wenn ich sie anfasse, ist sie heiß. Doch oft ist sie auch schwarz und wenn ich genau hinschaue sogar (un)bunt. Sie betört mich mit ihrem gleißenden Licht und ihren Kurven, die sie geschickt in die Umgebung einzufügen weiß.

Doch es gibt auch Dinge, die ich vor unserem Rendezvous noch nicht über sie wusste. Ist sie alles oder ist sie doch nichts? Sind wir auf einer Wellenlänge oder sogar auf ganz vielen? Sie blendet mich und vernebelt meine Sinne. Ich bin ihr ausgeliefert und sie sendet lauter Signale, die ich in meiner Überreizung erst sortieren muss. Doch ist es nicht eigentlich die Summe aller Dinge, die sie erst zu dem macht, was sie ist?

Was ich weiß: Ohne sie ist es dunkel und kalt. Sie ist einfühlsam und passt sich jeder Stimmung an. Wenn ich sie berühre, fängt sie zu strahlen an. Wird es draußen dunkel, macht sie es drinnen hell.

Kennen gelernt habe ich sie inmitten einer Vielfalt von Artgenossen. Ich sah sie erst nicht und ging an ihr vorbei. Zu stark waren die Eindrücke im hellen, gleißenden Licht. Es war der zweite Blick. Und am Ende ist es doch die weiße Unschuld, die mich besticht.
Ich wollte ausprobieren, wie weit sie mit mir geht. Ob sie Facetten hat, die ich von ihr nicht kannte, mit der sie mir möglicherweise den Kopf verdreht. Ohne mich ist sie weiß. Doch gemeinsam sind wir bunt. Ich verhelfe ihr zu neuem Glanz und mag sie halb oder auch ganz. Jeder Tag ein neuer Blick und dabei macht es jedes Mal Klick. Sie ist so wandelbar und doch so konstant.

Seitdem sehe ich sie in einem anderen Licht.

Sie schwingt ihren Schatten dabei wie ein Gewand. Drehe ich sie um, guckt sie mich an und lässt den Schatten unter sich. Ich verdecke sie behutsam und auf keinen Fall ganz. Doch sie hat einen ständigen Begleiter, der sie nie verlässt. Er ist eigentlich ein Nichts und das Gegenteil von ihr. Trotzdem hält sie an ihm fest und lässt ihn nicht mehr los. Sie nimmt ihm das Licht und macht ihn erst zu dem, was er ist. Mir scheint, sie gehören zusammen und er nimmt sie in sich auf. Doch auch ihm gefällt unser Spiel und er macht gefällig mit. Ihre Reize färben auf ihn ab und geben beiden Halt.

Das Licht ist nicht so, wie es scheint...

                                                                                                                                                         ...oder doch?

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Artemide Deckenlampe
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M.Sc. Architektur Saskja Jagenteufel  •  E-Mail: info@jagenteufel.com  •  Sie finden mich auch auf Twitter und XING