Wissen: Eine Ressource, die sich durch Teilung vermehrt – Teil 1

Kaum ein anderer Faktor ist für den Erfolg eines Architekturbüros so entscheidend wie das Wissen der Personen, die dort arbeiten. Wie also können Planungsbüros effizient mit diesem Kapital umgehen, um langfristig eine positive Auswirkung auf die Mitarbeiterzufriedenheit und die Effektivität zu haben und wie stellt sich die aktuelle Situation überhaupt derzeit in deutschen Büros dar?

Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich im 21. Jahrhundert alle vier Jahre. Das spüren auch die Planungsbüros: Kaum ein anderer Beruf ist durch die große Spannweite der unterschiedlichen Leistungsphasen an so viele Wissensbereiche geknüpft. Das Wissen muss im besten Fall immer und sofort abrufbereit sein. Zurecht kann man sich die Frage stellen, ob das Berufsbild des Architekten in seiner Ganzheitlichkeit noch ein Modell für die Zukunft darstellt oder ob es künftig an dem Motto „Spezialisierung statt Generalisierung“ orientiert werden sollte?

Planungsbüros müssen sich heutzutage an eine immer schnellere Rotation der Mitarbeiter gewöhnen. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern für die jeweiligen Anforderungsbereiche gestaltet sich schwierig und im Durchschnitt dauert es rund 220 Tage, bis eine freie Stelle neu besetzt wird. In großen Architekturbüros arbeiten mehr als 21 Prozent Absolventen, die im Bestfall ohne lange Einarbeitungszeit sofortige Leistung erbringen sollen. Die einzelnen Teams aber arbeiten häufig projektbezogen und teilen nur wenige gemeinsame Erfahrungen. 

Die Ansprüche an das Bauen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Demographie, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und die ENEV sind nur wenige der vielen Bereiche, die den Anspruch an Architektur so komplex gestalten. Hinzu kommt das meist personengebundene Wissen über Projekte und Personen, Produkte und Materialien, das selbst erworbene Fach- und Ausbildungswissen, das bürointerne Alltagswissen und wohl das wertvollste von allen: das Erfahrungswissen. 

Was also tun Planungsbüros, um dafür Sorge zu tragen, dieses Wissen der Mitarbeiter zu nutzen und weiter zu verteilen, um nichts davon zu verlieren. Geht das überhaupt?

Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen und eine Tendenz in deutschen Planungsbüros zu erhalten, wurde ein Fragebogen aus 30 Fragen, drei Themenblöcke und einer Bearbeitungszeit von 10-15 Minuten entwickelt. Die Umfrage war vom 24.05. bis zum 30.06.2017 online und wurde von 162 Teilnehmern ausgefüllt. Die Ergebnisse beziehen sich auf 126 Teilnehmer, die den Fragebogen bis zum Ende ausgefüllt haben. 

Fünf ausgewählte Experteninterviews mit Architekten und Planern aus Hamburg, Berlin, Aachen, Wuppertal und Bochum, die zusätzlich zur quantitativen Erhebung geführt wurden, haben bestätigt, dass unentdecktes Potential in ihren Reihen steckt. Die Interviews haben zusätzlich verdeutlicht, wie relevant und allgegenwärtig das Thema derzeit ist. Besonders große Architekturbüros geben an, gut in Bezug auf Wissensmanagement eingestellt zu sein, doch auch die großen Büros teilen die Herausforderung, zu entscheiden, welches Wissen überhaupt speicherfähig ist und welche Methoden benötigt werden, um es archivieren zu können. 

Ein Gedanke zu „Wissen: Eine Ressource, die sich durch Teilung vermehrt – Teil 1

  1. Klimes Antworten

    Guten Tag Frau Jagenteufel. Ich habe Ihre Daten von Herrn Sturm und möchte Sie gern kontaktieren zu dem Thema WiKi in einem Ingenieurbüro. Er hat mir mitgeteilt, dass Sie sich im Rahmen einer Studienarbeit mit verschiedenen Software-Möglichkeiten beschäftigt haben und ich würde mich gern mit Ihnen dazu austauschen. Wir wollen auch so etwas bei uns im Büro einführen und suchen hier noch nach der richtigen Lösung/Software. Eventuell können Sie mir ja auch Ihre Arbeit zur Verfügung stellen oder uns bei der Einführung eines solchen Programms beraten. Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen und hoffe auf Ihren Rückruf. Danke und bis bald, Bernd Klimes INNIUS DÖ GmbH

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